Folg-deinem-Bauchgefuehl

Was dein Bauchgefühl dir erzählen will

Kennst du das, wenn du Musik hörst und du plötzlich anfängst, völlig verrückt herumzutanzen? Oder du im Sommer eine saftige Wiese vor dir siehst und du deine Schuhe ausziehst, um mit deinen nackten Füßen den Rasen zu spüren? Oder du einen Gipfel erstürmst und du einen kräftigen Schrei in die Ferne hinausrufst?

Doch andersherum kennst du es bestimmt auch: Wenn du zum Beispiel auf einer Party bist und du eigentlich bereits vor 2 Stunden den Impuls hattest, zu gehen. Wenn du eine Person interessant findest und du sie doch nicht ansprichst. Wenn du spürst, Lust auf Draußen und Natur zu haben und doch drinnen in der Wohnung bleibst.

Was hindert dich daran, das zu tun, was du tun möchtest? Und wie kannst du lernen, deinem Bauchgefühl zu vertrauen. Das erfährst du heute in diesem Blog-Artikel.

Eine Anleitung, wie du in 2 leichten Schritten deinem Körper zuhörst

Vielleicht hast du, währenddessen du gerade die Zeilen gelesen hast, schon ganz unterschiedliche körperliche Reaktionen gespürt: Zum einen die Weite und das Kribbeln irgendwo in deinem Körper, wenn ich dir von den saftigen Wiesen und dem Erklimmen eines Berges erzählte. Und wahrscheinlich auch andersherum: eine Enge oder ein Zwicken während ich dir von Situationen erzählte, wo ich entgegen meinen körperlichen Impulsen gehandelt habe.

Du merkst jetzt bereits: wenn es darum geht, dass du wieder erlernst, deine Intuition zu vertrauen und zurück zu deinem Bauchgefühl zu kommen, geht es um die Frage, wie du lernst, deinem Körper zuzuhören.

1. Schritt Zu was deine Aufmerksamkeit wirklich im Stande ist

Probier es gerade mal aus: Widme einmal deine Aufmerksamkeit deinen Füßen. Spür einmal welche Oberfläche deine Fußsohlen gerade berühren. Werd dir gerade bewusst, dass du Zehen hast. Was merkst du, wenn du deine Aufmerksamkeit auf deine Füße richtest? Ich finde das jedes Mal magisch, dass ich allein durch meine Aufmerksamkeit, ein Kribbeln und eine Wärme in meinen Füßen wahrnehme, welche ich vorher nicht gespürt habe.

Der erste wichtige Schritt heißt also: Lerne, deinem Körper zuzuhören. In der nächsten Woche werde ich eine geführte Meditation für dich machen, wie du lernen kannst, deinen Körper besser zu spüren.

2. Schritt: Wie du dazu kommst, Entscheidungen aus dem Bauch heraus zu treffen

In einem zweiten Schritt geht es darum, deinen Körperimpulsen zu folgen. Das heißt oft, rausgehen aus dem Schatten, rein in das Scheinwerferlicht. Und das macht Angst und wirkt für viele Menschen auch gefährlich. Ich weiß noch wie es für mich war, das erste mal – mit vielen Gedanken, welche dagegen sprachen – meinen körperlichen Impulsen zu folgen.

Es war als ich gerade in einem Zug saß und ich auf Toilette musste. Und ich hasste es, in Zügen auf Toilette zu gehen: Ich dachte: Oh man, dann sehen alle anderen Menschen im Abteil, dass ich auf Toilette gehe. Wie doof ist das denn! Finden die mich dann nicht eklig? Bestimmt finden die mich dann eklig. Immerhin war ich ja gerade auf Toilette. Ne, dann geh ich mal lieber nicht. Ist ja auch gar nicht mehr so lange. 2,5 Stunden – das schaff ich schon, wenn ich mich ablenke. Solche und ähnliche Gedanken hatte ich oft, die mich daran gehindert haben, meinen körperlichen Impulsen nachzugehen und mich letztendlich in eine Zwangsjacke gesteckt haben, in der ich nicht lebendig meinen Impulsen folgen konnte.

Dieser Hinweis lässt dich deiner Intuition vertrauen

Es gibt mehrere Schlüssel, welche dir zeigen können, wie du deine Zwangsjacke sprengen kannst. Hier ist einer davon: Verbind dich mit der Schönheit deiner Bedürfnisse. Okay, ich habe noch nicht so viele Blog-Artikel online gestellt – aber ihr werdet mich kennen lernen: Ich halte nicht viel von blumigen Reden, welche mir erzählen, dass ich innerlich schön sei, während ich in einer depressiven Episode stecke. Ich mag es praktischer. Wie kann ich meine innere Schönheit erfahren? Das interessiert mich. Und am besten gibst du mir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit 3 bis maximal 7 Schritten ?.

Also, wie kannst du die Schönheit von deinen Bedürfnissen sehen? Und was sind Bedürfnisse überhaupt? Bedürfnisse hast du schon oft in deinem Alltag gehört und vielleicht kennst du auch die Bedürfnispyramide von Maslow. Um besser zu verstehen, was ich meine, wenn ich von der Schönheit von Bedürfnissen rede, lädst du dir am besten meine Bedürfnisliste herunter, welche du hier bekommen kannst. Schau dir diese Liste erst einmal ruhig an und verschaff dir einen Überblick, was es alles für Bedürfnisse gibt. Was du vielleicht als erstes bemerkst, ist, dass du all diese Begriffe kennst. Es gibt kein Begriff, wo du dich erst einmal fragst: Hä? Was ist das denn? Diese Erkenntnis ist eine sehr wichtige: All diese Begriffe, die dort stehen, kennst du und kennt jeder Mensch. Bedürfnisse sind universell und – entgegen dem Modell von Maslow – hierarchiefrei: Alle Menschen haben die gleichen Bedürfnisse, mal stärker, mal schwächer ausgeprägt. Macht es sie deswegen gleich schön? Nein. Die Schönheit kommt, wenn du dich mit ins Spiel bringst. Wenn du in deinen Erinnerungen kramst und dich fragst: Wann habe ich das letzte Mal zum Beispiel Wärme erfahren? Wann war ich in einer gefährlichen Situation und habe Schutz erfahren? Wann konnte ich dem Vogelgezwitscher zuhören als ich Ruhe erfahren habe? Schön sind Momente, in denen eins oder mehrere Bedürfnisse von dir erfüllt sind. Deine Erinnerungen werden dir den Weg der Schönheit weisen.

Hol dir jetzt die Bedürfnisliste

Wie ich einen Toilettengang als einen Akt der Selbstliebe erfahren habe

Wie kann dir dieses Wissen – dass deine Bedürfnisse als schön gelten – dabei helfen, deinen körperlichen Impulsen zu folgen? Nun erinnerst du dich noch an meine Zugfahrt und meinen Impuls auf Toilette zu gehen? Ich habe zu dem Zeitpunkt ein Hörbuch über Selbstliebe gehört. Und währenddessen ich zuhörte, was Selbstliebe bedeutet, erkannte ich, was für ein gewaltsamer Akt ich mir damit antue, nicht auf Toilette zu gehen. Gleichzeitig stellte ich mir vor, wie gut es meinem Körper gerade tun würde, auf Toilette zu gehen. Welch ein Akt der Selbstliebe das wäre, die Erleichterung zu spüren. Und das dieser Akt der Selbstliebe wiederum für niemanden etwas Ekliges darstellen muss. Jeder kennt es, dringend auf Toilette zu müssen. Es ist eher wahrscheinlich, dass Menschen empathisch reagieren und sich mit mir freuen, wenn ich es noch auf Toilette schaffe.

Letztendlich haben mich zwei Erkenntnisse dabei unterstützt, doch noch auf Toilette zu gehen: die Gewissheit meinem Körper etwas Angenehmes erfahren zu lassen und das Bewusstsein, dass jede Person mein Bedürfnis teilen kann.

Zusammenfassung: 2 einfache Tipps, welche dir helfen, deinem Bauchgefühl zu folgen

Wenn es dir enorm schwer fällt, mit deiner Intuition in Verbindung zu kommen, bau in einem ersten Schritt dein Körperbewusstsein aus. Dies erreichst du, indem du im Alltag deine Aufmerksamkeit auf Körperteile deiner Wahl richtest oder du dir geführte Meditationen zu diesem Thema anhörst. In einem zweiten Schritt gilt es, deinen Körperimpulsen zu folgen. Dies wird dir besser gelingen, wenn du dich mit deinen Bedürfnissen auseinandersetzt. Lad dir meine Bedürfnisliste herunter und check am besten mehrmals am Tag, welche Bedürfnisse du gerade hast. Erinnerungen, in denen deine Bedürfnisse erfüllt waren und die Gewissheit, dass alle Menschen ebenfalls dein Bedürfnis teilen, werden dir Kraft geben, deinen Körperimpulsen zu folgen. 

Hol dir jetzt die Bedürfnisliste

Du bist dran

Im Zug auf Toilette zu müssen ist ein Beispiel – es gibt zahlreiche andere. Ich bin neugierig, welche Geschichten du zu erzählen hast. Schreib in den Kommentaren, wie du gelernt hast, deinen körperlichen Impulsen zu folgen.

Auch die Schönheit von den eigenen Bedürfnissen zu sehen, ist nur ein Schlüssel, welcher deine Zwangsjacke sprengen kann. Ein anderer Schlüssel, welcher deine Zwangsjacke sprengt, heißt: Gib einen Scheiß darauf, was andere denken. Dies ist bereits der Titel einer meiner nächsten Blog-Artikel ?

Wenn dir der Artikel gefallen hat, teile ihn mit deinen Freunden. Rede mit deinen Freunden über deine Bedürfnisse und teile deine Erfahrungen. Sei dir sicher dabei: es wird ein Gespräch werden, dass dich näher an die Person bringt, mit der du deine Erfahrung teilst. Sie wird andocken können an deinen Erfahrungen. Sie hat – wie du – die gleichen Bedürfnisse.

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